Präsidium soll die Zukunft des TSV sichern

Hauptversammlung: Reichenbacher Sportverein will sich nach dem Beinahe-Aus eine neue Vorstands-Struktur geben

Pressebericht aus dem Bergsträßer Anzeiger (17.07.2023), Jutta Haas

Reichenbach. Die Weichen für die Zukunft des TSV Reichenbach sind gestellt. „Ein Verein mit mehreren hundert Mitgliedern, der größte Verein in Reichenbach, darf nicht sterben“, sprach Stefan Hiller schon vor der Versammlung aus, was die zur außerordentlichen Mitgliederversammlung gekommenen 110 Mitglieder auch dachten.

Nachdem bei der Hauptversammlung im Mai kein Vorstand gewählt werden konnte, weil auch diesmal wieder wichtige Posten nicht besetzt werden konnten, sah es für den traditionsreichen Klub düster aus. Der Vorstand blieb kommissarisch im Amt, aber es war klar, dass dies nur eine Übergangslösung sein konnte. Wenn sich kein Vorstandsteam findet, wird vonseiten des Registergerichts das Licht ausgeknipst.

Dieses Szenario wurde beim TSV Reichenbach nun verhindert. Nach der Hauptversammlung und in einer scheinbar ausweglosen Situation fanden sich engagierte Mitglieder, um neue Gedanken zu entwickeln und ein Konzept, das zukunftsweisend ist.

Eröffnet wurde die außerordentliche Versammlung von der seitherigen Vorsitzenden Carmen Maus-Gebauer. Wie sie informierte, gibt es eine Gruppe von Mitgliedern, die sie in ihrer Arbeit unterstützen möchten. Daher war Maus-Gebauer bereit, auch weiterhin dem Verein vorzustehen. „Für unser geplantes neues Konzept brauchen wir eine neue Satzung“, informierte sie die Mitglieder und stellte die Frage, ob diese bereit sind, diesen Weg mitzugehen. Wäre die Versammlung dazu nicht bereit gewesen, wäre die Mitgliederversammlung beendet gewesen. Doch alle stimmten dafür.

Carmen Maus-Gebauer berichtete, dass der Hessische Turnverband zugesagt habe, bei der Aufstellung der neuen Satzung zu helfen. Auch im Kreis Bergstraße sei Hilfe signalisiert worden. Ziel sei eine komplett neue Struktur des Vorstandsteams mit der Möglichkeit, die Aufgaben neu verteilen zu können. Wenn die neue Satzung fertig ist, sollen die Vereinsmitglieder erneut eingeladen werden um darüber abzustimmen. Doch zuvor war erst einmal ein neuer Vorstand gemäß der bestehenden Satzung nötig. Dessen Wahl stand jetzt auf der Tagesordnung.

Der Leiter der Abteilung Fußball, Stefan Hiller, übernahm dies. Er freute sich deutlich über den großen Zuspruch aus den Reihen der Mitglieder. Wie Hiller berichtete, sei er nach der Versammlung im Mai ziemlich frustriert nach Hause gekommen und habe in stundenlangen Gesprächen mit seiner Frau Katja überlegt, wie es weitergehen soll. „Ich bin seit 40 Jahren Mitglied, und wir beide wollten nicht, dass der Verein stirbt. Unsere Kinder und viele Familienmitglieder gehören zum TSV.“

Schon einen Tag später waren Kerstin und Marcus Vetter als Mitstreiter gewonnen, Holger Schwan kam dazu. Die seitherigen Beisitzer erklärten sich bereit, weiterzumachen. Nadine Werner und Armin Bohn sagten ebenso zu. Gemeinsam wurde nachgedacht und festgestellt, dass es sinnvoll ist, den Vorstand künftig anders aufzustellen. Die Idee ist, ein Präsidium einzurichten. Dem steht der Präsident oder Präsidentin vor. Carmen Maus-Gebauer wäre bereit, dieses Amt zu übernehmen. Unterstützung soll sie von fünf Vizepräsidenten bekommen, die bestimmte Aufgaben übernehmen – vom Hallensport bis zum Fußball. Kandidieren wollen dafür Armin Bohn, Stefan Hiller, Holger Schwan, Marcus Vetter und Nadine Werner. Katja Hiller steht für das Amt des Schatzmeisters zur Verfügung, Kerstin Vetter als ihre Stellvertreterin. Als Schriftführer will Dominic Eckert kandidieren, der als einziger bereits bei der Versammlung im Mai angetreten war. Die Beisitzer Claudia Beilstein, Walter Murowatz, Stefan Eßinger-Grover und Oliver Sauer sind mit im Boot.

Mit dem neuen Konzept lassen sich nach der Überzeugung der Arbeitsgruppe die Aufgaben besser und effektiver verteilen. Auch in den Vorstandssitzungen lasse es sich konzentrierter arbeiten. Die Abteilungsleiter sollen dem Vorstand nicht mehr angehören. Sie sollen ihre Belange in Sondersitzungen mit dem Präsidium besprechen können.

In der Aussprache über das Konzept wurde die Unterstützung der Mitglieder deutlich. „Ich bin froh, dass sich eine Gruppe gefunden hat und dass es weitergeht“, sagte der frühere Vorsitzende Erich Sauer.